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SPD: Aufrechte und Rechte

Der ehemalige Fraktionsvorsitzende der SPD im baden-württembergischen Landtag, Ulrich Maurer, hat einen offenen Brief an des SPD-Parteivorstand in Berlin geschickt - "in Wut und Verzweiflung". Es wird zwar nichts nützen, aber es tut doch gut zu hören, dass es auch noch aufrechte Sozialdemokraten gibt.
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Ein Dokument, dass sich wohltuend abhebt von den Treueschwüren der Kurs-halten-Autisten, Untergans-Masochisten und Zeitgeist-Opportunisten. Ein umwerfendes Beispiel für den "fast schon klinischen Wirklichkeitsverlust" (Ulrich Beck) des basta-demokratischen Kanzler-Wahnvereins bietet der "Netzwerker" Tobias Dürr.
Zitate und Kritik

Ähnlich abgehoben kanzelt Brigitte Seebacher die "seltsamen Blüten der Linken" ab: "Der Griff in die Mottenkiste der Arbeiterbewegung ist en vogue. Zum Vorschein kommen ... kleine Leute und Schutzmacht, Kapitalismus und Sozialstaat, Profit und Gerechtigkeit. Aber das ist nicht die einzige Unart ... : Als stehe der Kampf gegen Hartz IV in der sozialistischen Tradition und begehe der sozialdemokratische Bundeskanzler Verrat wenn nicht an der Arbeiterklasse, so doch an der Kassiererin im Supermarkt und an dem Rentner, der nur 800 Euro hat." Wer sich der "blutleeren Worthülse von der sozialen Gerechtigkeit" bedient, vertritt in ihrer Weltsicht keine soziale Kraft, sondern nur seine egomanische Geltungssucht: "Versuche, eine neue Welt an der Entfaltung zu hindern und eine alte am Leben zu halten, sind immer die Versuche kaputter Außenseiter." Verständlich, dass dich Seebacher und Seeheimer nicht mehr mit "proletarischen Überresten" herumplagen mögen.

Den geistig-moralischen Verfall der SPD dokumentiert auch ein Beitrag des stellvertretenden Landesvorsitzenden der NRW-SPD, Dr. Karsten Rudolph (zusammen mit Stefan Mühlhofer, Historiker aus Dortmund) mit dem Titel "Jenseits der großen Dogmen - Die Politik der linken Mitte zwischen Neoliberalismus und Anti-Kapitalismus" in der Frankfurter Rundschau. Der verkommene 'dritte Weg' der SPD besteht nur noch aus Diffamierung. Kritische Anmerkungen

Doch der Weizen trennt sich langsam vom Spreu. Während Peter Conradi seine Mitgliedschaft in der SPD ruhen lässt (siehe: Auf Distanz zut SPD), ziehen andere einen Schlussstrich: "Im Kern steht für mich, dass ihr den Menschen Lebenssicherheit genommen habt. Das ist das Schlimmste." So beginnt die Austrittserklärung des Chefökonomen von ver.di, Michal Schlecht. Und weiter heißt es: "Ihr seid dafür verantwortlich, dass bei vielen meiner Kolleginnen und Kollegen wieder Angst und Sorge vor der Zukunft herrschen. Eine gesicherte Lebensplanung, die auch Kinder ermöglicht, wird für immer mehr Menschen unmöglich..."
Quelle


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