wahl-stimmen

Heinz-J. Bontrup
Ökonomisches Nichtwissen
Eine Replik auf die Kritik von Erhard Epller
an dem Buch "Die Reformlüge" von Albrecht Müller
Quelle
Albrecht Müller, ebenfalls ein SPD-Urgestein, enttarnt die neoliberale Politik der SPD mit seinem Buch auf Basis einer wirtschaftswissenschaftlich fundierten Kritik, die für eine breite Leserschaft verständlich geschrieben und verdienstvoll aufbereitet wurde. Eppler hat dem inhaltlich und fachlich nichts entgegenzusetzen. Was im Grunde bleibt, ist die mittlerweile sattsam bekannte Diffamierung gegen alle, die sich gegen den unheilvollen neoliberalen Politikkurs stemmen. So ist dann auch Müller ein Ewiggestriger, der immer noch dem Keynesianismus der 1970er Jahre verfallen sei. Neoliberalismus als politische und ideologische Strategie, die darauf abzielt, den Vorrang des Privateigentums, die Herrschaft der Märkte und die Profitinteressen der Unternehmen über alles zu stellen und den demokratischen Sozialstaat zu opfern, sei eben das Ergebnis einer unveränderbaren Globalisierung, der sich die Politik nun einmal beugen müsse. Dazu Eppler: ,Das globalisierte Kapital sitzt am längeren Hebel, wo immer es die Kräfte misst mit nationalen Regierungen oder Gewerkschaften. Die Kapitalbesitzer kennen ihre Macht und nützen sie." Was für eine politische Bankrotterklärung aus der Feder eines Politikers! Das Kapital hat also mehr Macht, als die einzig demokratisch legitimierte Politik. Wofür brauchen wir dann aber überhaupt noch die Politik? Offensichtlich nur noch, um den Kapitalinteressen genüge zu tun. Eppler sollte einmal einen Blick in unsere Verfassung werfen. Da steht etwas anderes. Er sollte sich auch die Frage stellen, wer eigentlich für die verschärfte Globalisierung und Liberalisierung der Märkte, die Deutschland übrigens insgesamt als Volkswirtschaft ökonomisch nicht fürchten muss, verantwortlich ist. Globalisierung und Liberalisierung sind nicht vom Himmel gefallen, sondern sie sind ein von Menschen (Politikern und neoliberalen Ökonomen) ,geschaffenes Produkt", das heute fast nur einseitig zur Befriedigung von Kapitalinteressen ausgelegt und ausgestaltet wird.

Siehe auch:
Schröders Weißwäscher


© Copyright 2005 - 2006, Inhalt: Gerd Gierszewski, Technik: Bernd Klein