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Absurdes Tagebuch

Politik macht dumm

Liebe Freunde, liebe Freundinnen,

bitte helft mir zu verstehen, wie eine kluge Physikerin in wenigen Sätzen schmerzfrei Schlussfolgerungen aneinanderreihen kann, die in ihrem Logik-geschulten Hirn eigentlich heftige kognitive Dissonanzen auslösen müssten. Das kann doch nur von den SPIEGEL-Redakteuren aus dem Zusammenhang gerissen sein. Oder?

Wie sonst lässt sich erklären, dass frau frohgemut (1.) konstatieren kann, die SPD wolle nur davon ablenken, dass sie und die Regierung "keine Lösung ökonomischer Probleme" zu bieten habe - wofür ja vieles spricht -, um sodann aber (2.) Müntefering vorzuwerfen, er lasse "seinen Worten keine Taten folgen", die aber (3.) auch gar nicht folgen dürfen. Dann müsse er nämlich die Agenda 2010 - die laut These 1 keine Lösung ist - zurücknehem. "Das wäre absurd ... und deshalb bleiben seine Worte ohne Taten wertlos", schließt Frau Merkel diese gedankliche Drehung im Kreis, um sogleich (4.) die Bundesregierung zu warnen, ihr "eigenes Scheitern" zu kaschieren.

Womit wir wieder bei (1.) wären, nur eine Pirouette weiter. Frau Merkel räumt dann ein, dass es an mancher unternehmerischer Entscheidung Anlass zur Kritik gebe. Aber Kritik wird (2.) "erst dann hilfreich, wenn Worten Taten folgen können." Die können aber, wie wir (3.) gelernt haben, nicht folgen. Und so lenkt (4.) die Regierung nur von ihrer schlechten Bilanz ab.

Dieser nahezu mathematische Beweis ist nachzulesen bei SPIEGEL online:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-353138,00.html

Hilfe, mir wird ganz schwindelig bei solch zirkulärer Teilchenbeschleunigung im 'Angelatron'. Wie hält man das nur aus im Kopf?


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