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Spendenaufruf für arme Reiche

Liebe Freunde (m/w),

ich bin mir sicher, Ihr habt ein Herz für Millionäre, die der Staat in die Armut treibt. Eingedenk der Weihnachtsbotschaft appelliere ich deshalb an Euere mitmenschliche Solidarität und bitte um Spenden für eine Millionärs- Tafel", eine Speisung der (vermeintlich) Reichen am Heiligen Abend.

Wir dürfen es nicht zulassen, dass der unbarmherzige Staat, angeleitet von hartzherzigen Sozialdemokraten, unsere Reichen aus dem Land treibt; der Not gehorchend, weil sie bei uns nicht mehr überleben können.

Ich beziehe mich bei dieser beschämenden Diagnose einer unchristlichen und menschenrechtswidrigen Vertreibung in ein (Steuer-)Paradies auf das angesehene manager-magazin, das unlängst enhüllte: "Der Staat treibt die Reichen aus dem Land". In einem Interview mit einem promovierten Juristen, Seniorpartner einer renommierten Sozietät und Professor an einer deutschen Universität - also Ausweis genug für die Seriosität des Befundes -, offenbarte sich mir das wahre Elend in diesem unseren Land:

Frage: Wie hoch ist die steuerliche Belastung tatsächlich? Antwort: Wenn jemand Geldvermögen hat, wird er in der Regel investieren. Bei einer guten Investition lässt sich pro Jahr eine Rendite von 10 Prozent erzielen. Dieser Betrag muss in der Regel voll versteuert werden, also mit einem Satz von 50 Prozent. Von den verbleibenden 5 Prozent muss die Inflationsrate abgezogen werden, bleiben also noch 3 Prozent. Ein Vermögen von einer Million Euro bringt also pro Jahr einen Ertrag von circa 30.000 Euro. Davon muss noch die Erbschaftssteuer, die Krankenkasse und die Altersversorgung bezahlt werden. Da bleibt nichts mehr übrig.

Dass so ein Millionär und Leistungsträger ganz schön arm dran ist in Deutschland, sollte sich dank des unermüdlichen Einsatzes der Apostel des gemeinen Wohls - stellvertretend für diese ehrenwerte Gemeinschaft der selbstlosen Wanderprediger ("Auch wir sind das Volk!") nenne ich nur die Brüder Henkel, Hundt und Rogowski - herumgesprochen haben. Dass jener aber schon zu Lebzeiten Erbschaftssteuer zahlen muss (oder nach dem Ableben noch für das Alter vorsorgen soll?), muss ihn ja aus dem Land treiben. Wovon sollen die armen Millionärs-Schlucker, die noch nicht in die Schweiz geflüchtet sind, denn leben? Dieser Frage dürfen wir nicht länger ausweichen. Das Schicksal dieser gepeinigten Minderheit (geschätzte 750.000 Menschen) wird auch im neuen Armutsbericht der Bundesregierung einfach totgeschwiegen.

Was können wir tun, damit diese Menschen in Deutschland bleiben? Das erschütternde und augenöffnende Interview weist uns den Weg:

Es muss etwas getan werden, damit diese Menschen sich hier wohl fühlen. ... Es gibt nur eine Möglichkeit, die Neiddebatte vom Kopf auf die Füße zu stellen: wir müssen in Deutschland Geld in die Kassen kriegen. Das Geld kann man aber nicht den vermeintlich Reichen abpressen.

Deshalb sollten wir - die vermeintlich Armen, die wir mitschuldig sind, weil wir nur zu weniger als die Hälfte zum Steueraufkommen beitragen, obwohl wir 90 Pozent der Steuerzahler stellen - eine weihnachtliche Wellness-Initiative unterstützen: Rettet die heimischen Reichen bevor sie aussterben!

Initiative Neue Soziale Gerechtigkeit (INSG)

i.V. Heinrich von Myra


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