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Wahlwitziges

Das Menschenbild des eitlen Populismus

Politische Aufklärung aus dem MiniWahr-Manifest der SPD:

Unteer der Kapitelüberschrift "Die Demagogen" erfahren wir:

"Eine Variante des Irrwegs vertreten PDS und WASG, die sich den Anstrich einer gerechten Politik geben, aber die Augen vor den Veränderungen unserer Welt verschließen. Die Rezepte von gestern passen nicht in eine Welt der Globalisierung, der Wissensgesellschaft und der veränderten Demografie. Ihre Vorschläge sind realitätsfern und in der Summe nicht finanzierbar. Deren Populismus bedeutet eine Politik der Verantwortungslosigkeit."

Wir lernen: Die Anstreicher von der Linkspartei sind Illusionisten, die regierenden Realisten kennen hingegen den (ge)rechten Weg. Sich den Veränderungen anpassen verlangt: Das Soziale neu denken und nicht etwa das Neue soziel denken. Und wir lernen noch mehr.

"PDS und WASG treiben den Sozialstaat mit ihren Vorschlägen in die Finanzkrise und streuen Menschen, die so dringend auf Arbeit warten, mit vermeintlich einfachen Lösungen Sand in die Augen und leisten damit weiterem Vertrauensverlust in die Demokratie Vorschub. Ihre polemischen Angriffe gegen den europäischen Verfassungsvertrag nehmen sogar das Zusammenspiel mit nationalistischen rechten Kräften in Kauf. Sie belegen die Unfähigkeit, am demokratischen Fortschritt in Europa mitzuwirken."

Die politische Aufklärung der real vegitierenden Sozialdemkokratie führt uns zum Gipfel der neoliberal entgeistigten Erleuchtung:

"Wer sich Reformen des Sozialstaats verweigert, setzt ihn am Ende aufs Spiel. Sie betreiben eine bewusste Täuschung der Bürgerinnen und Bürger. Das Menschenbild dieses eitlen Populismus ist verräterisch. Dieser will nicht aktivieren, sondern will den passiven Empfänger staatlicher Leistungen. Er will nicht Hilfe zur Selbsthilfe, sondern eine Kultur der Abhängigkeit. Das ist das Gegenteil von Emanzipation. Das ist nicht linke Politik und so ist keine mehrheitsfähige Politik gegen Marktradikalismus und Entsolidarisierung zu machen."

Mit anderen Worten auf den mittelmäßigen Punkt gebracht:

"Populistische Illusionen sind so gefährlich wie soziale Kälte unmenschlich ist - beide sind im Kern unmoralisch."

Wow! Endlich einmal erhellt schaf-sinnige Leuchtspur-Munition die politische Schlacht-ordnung. Liest sich wie aus dem Wahlkampf-"Handbuch für vernünftige Politik" aus der Propagandaabteilung der INSM, der Stiftung Marktwirtschaft oder des Bürgerkonvents. Aber die SPD hat ja ihre eigenen Netzwerker der Modernisierung und Weg-gefährten der Vermarktung des Sozialen.

Alle Achtung, solch "doppelbödige Denkweise" muss den fähigen Fortschrittsdemokraten, die durch eine verantwortungsvolle Politk des sozialen Abbaus auf dem rechten Weg den aktivierenden Sozialstaat vor der Finanzkrise bewahrt haben, erst einer nachmachen. Das Menschenbild dieses eitel ignoranten Reformismus ist verräterisch. Er pflegt keine Kultur der geistigen Unabhängigkeit. Elitäre Alternativlosigkeit ist gefährlich und im Kern unmoralisch.


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