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Wahlwitziges

Mut zur Wahrheit versetzt Berge

Angela Merkel, Kanzlerkanditatin der CDU/CSU, hat für den Fall eines Wahlsieges der Union einen Politikwechsel in Deutschland angekündigt. Auf einer Festveranstaltung zum 60. Geburtstag der CDU in Berlin sagte sie: "Deutschland braucht einen Wechsel zu neuer Freiheit, die mehr Arbeit und Wachstum bringt und der Idee der sozialen Gerechtigkeit wieder zu ihrem Recht verhilft."

Und wie geht das? "Indem man die Dinge beim Namen nennt, macht man die Ursachen der Probleme erkennbar und zugleich gestaltbar." Da lösen sich dann auch Globalisierungszwänge in heiße Luft auf: "Für uns gibt es nur einen einzigen Sachzwang, und der heißt, Menschen in Arbeit zu bringen." Dem hat sich einfach alles unterzuordnen.

Mögen der Vorsitzende des Sachverständigenrates und "Deutschlands klügster Professor" auch erkannt haben wollen, dass die Politik sich nicht gegen die Globalisierung stemmen könne, weil sie wie ein Naturgesetz wirke, weiß die gelernte Physikerin doch, dass Sprechblasen Berge versetzen können.

Die CDU-Chefin, die eine "programmatische und kluge Rede" (Welt) hielt, stellte fest, die CDU "war und ist immer die Partei des Neubeginns in Deutschland" und kündigte an: "Wir werden es grundlegend anders machen."

"Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr als das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein."

So hieß es das erste (und letzte) Mal als in einer programmatischen Erklärung der Partei von einer "Neuordnung von Grund auf" die Rede war - im Ahlener Programm von 1947.


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