Die Qual nach der Wahl

Zwischen Wahl und Sinn

Auf dem Spielplan:

Die Retter von Realistan

Vorspiel auf dem Theater

Davon die Alten glüh'n und die Matten wieder grün'n, benebelt von des blauen Dunstes Macht. Sie proben schon das "Vorspiel auf dem Theater" [1]:

Edmondo: "Sagt, was ihr wohl in deutschen Landen Von unsrer Unternehmung hofft? Ich wünschte sehr der Menge zu behagen ...
Angelina: "Ich weiß, wie man den Geist des Volks versöhnt. Doch so verlegen bin ich nie gewesen: Zwar sind sie an das Beste nicht gewöhnt, Allein sie haben schrecklich viel gelesen."
Francesco: "O sprich mir nicht von jener bunten Menge, Bei deren Anblick uns der Geist entflieht. Verhülle mir das wogende Gedränge, Das wider Willen uns zum Strudel zieht."
Huberto: "Sucht nur die Menschen zu verwirren, Sie zu befriedigen ist schwer-- In bunten Bildern wenig Klarheit, Viel Irrtum und ein Fünkchen Wahrheit. Das, alte Herren, ist eure Plicht."
Wir sind Papst und du bist das Wunder von Deutschland. Was soll da noch schief gehen. Zur Not tut's auch eine große schwarz-rote Farbetikettenschwindler-Koalition. "Die Welt"[2] sicht das so:
"In Umrissen wird plötzlich eine ganz andere Gefechtslage sichtbar ... es geht um das Design einer gemeinsamen Politik und die Frage, welche Kontinuität sie verkörpert. Die Bundeskanzler Schröders und seiner Reformagenda. Oder die von CDU-Chefin Merkel und des Neubeginns. Das ist weit mehr als die üblichen Worthülsen.
Genau. Vergessen wir schnell die Zumutung des Wählers, des "alten Lümmels" - und designen eine gemeinsame Politik: Per Angela ad astra!
P(r)ost Wahlzeit!

  • [1] J.W. Goethe, Faust, Erster Teil
  • [2] Johann Michael Möller: Die große Koalition ist ein historischer Zwischenschrit (Die Welt, 27.09.2005)


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